- Energielauf Weiz (10 km) -
Startschuss, eine Runde "gib alles", vier Runden auslaufen,
vier Runden Sightseeing, Zieleinlauf

Durch den Betritt zum RC TRI RUN ARBÖ Weiz und den wöchentlichen Lauftreff des Vereins gelang es mir heuer, wieder ein halbwegs regelmäßiges Lauftraining einzuhalten. Motiviert durch den schnellen Leistungszuwachs, wollte ich beim Weizer Energielauf starten und nahm mir erstmalig ein gezieltes Training dafür vor. Bei meinen bisherigen Teilnahmen, passte mir der Energielauf nie in meinem Wettkampfterminkalender, aber ich wollte mich auch nie davor drücken und nahm dann doch teil. Heuer dachte ich mir, dass wenn ich mich gezielt darauf vorbereite. könnte ich vielleicht an meine früheren Ergebnisse anknüpfen.
Ich begann auch viel früher als gewöhnlich mit der Regeneration um am Wettkampftag wirklich frisch und Energiegeladen zu sein. Leider bekam ich während der Regenerationstage Probleme mit meiner Achillessehne/unteren Wadenteil. Zum Glück ging die Schellung am Tag vorm Wettkampf zurück, dafür hatte ich am Morgen des Wettkamptages plötzlich ein Stechen im Knie. Ich schmierte und massierte das rechte Bein, was ein wenig half, aber der Schmerz kam wieder.
Am Nachmittag ging ich schwimmen um meinen Körper abzukühlen. Ich hoffte, dass ich so im Wettkampf weniger Probleme mit der Hitze bekäme und dass sich vielleicht mein Knie bessern würde. Aber stattdessen kam der Schmerz in der Wade wieder dazu.
Um 18 Uhr musste ich mit meiner Familie in die Stadt, weil meine Tochter beim Bambini-Lauf teilnahm und sich eine Kugel Eis erlief.
Ich radelte allein nachhause, um mich auf den Hauptlauf vorzubereiten. Ich ging auf die Laufbahn um mich aufzuwärmen und um das vorgenommene Tempo anzutesten. (Mein Plan war den Wettkampf mit 4 Minuten am Kilometer zu beginnen und nach ein paar Runden zu entscheiden, wie viel ich noch zulegen könnte.) Der 4er-Schnitt kam mir recht langsam vor, was mich positiv stimmte, ihn auch im Wettkampf halten zu können. Auch meine Beinprobleme spürte ich in der Laufbewegung gar nicht. Dennoch hatte ich Probleme mit der Atmung, was an meiner Aufregung lag. Deshalb ging ich noch etwas radeln, um ruhiger zu werden.
Zurück in der Stadt, ging's mir auch beim Einlaufen auf der Rennstrecke sehr gut.

Der Start um 20 Uhr verlief bestens. Robert und Thomas (mit dem ich mich auch schon gemeinsam auf den Energielauf vorbereitet hatte) liefen direkt vor mir. Aber nach einem Kilometer musste ich mich entscheiden, ob ich weiter bei den beiden bleiben möchte, oder lieber bei meinem Plan (den Anfang nicht schneller als vier Minuten am Kilometer zu laufen) einhalte, denn wir waren viel zu schnell unterwegs. Da ich aber auch nicht wusste, ob die beiden das Tempo halten können würden bzw. später einer von ihnen einbrechen würde, entschied ich mich, lieber nur für mich zu laufen.
Leider wurde ich mit der Zeit mehr langsamer, als mir lieb war. Nach der vierten Runde hatte ich einen Gesamtschnitt vom 4min/km. Den galt es nun zu halten. Da ich aber gleich langsam wie die Runde zuvor unterwegs war verschlechterte sich der Gesamtschnitt von Runde zu Runde bzw. wurde ich auch jede Runde deutlich noch langsamer. Ich hatte keine Schmerzen und auch wie sonst so oft, hatte ich diesmal keine Magenkrämpfe oder Probleme mit der Hitze, dennoch wollte es nicht so richtig. Es kam einfach keine Energie aus mir raus. Dazu kamen dann noch zwei Zusammenstöße mit Zusehern, die auf der Laufstrecke "spazieren" gingen und einmal rutsche eine Kontaktliste aus dem Auge. Beim Stadtpark standen Kinder/Jugendliche, die jeden Läufer beschimpfen/beleidigten, was auch nicht sehr schön war.
Ich hängte mich immer wieder an Läufer, die ich bereits überrundet hatte, denn so konnte ich sicher sein, dass ich nicht mehr Letzter werden würde. Von hinten drängten immer mehr Läufer, die mich überholten. Ich glaube es gab erst einen Wettkampf von dem ich schrieb, dass ich noch nie so viel überholt worden wäre. Die Geschwindigkeit meines Vorankommens kam mir zunehmend lächerlicher vor, weil sie mich schon mehr an einen Spazierlauf erinnerte, aber Alternativen gab's eh keine.

Ich schaffte es dann auch tatsächlich noch, mich wie jedes Jahr mit den noch zu absolvierenden Runden zu vertun, trotz GPS-Uhr, die Rundenanzahl und zurückgelegte Distanz anzeigt. Erst als der Moderator meine letzte Runde ankündigte, erinnerte ich mich wieder, dass es ja nur neun Runden zu absolvieren gilt und ich war bemüht mein aktuelles Tempo wenigstens beizuhalten.
Es reichte dann noch vor einen hübschen Zielsprint, bei dem ich immerhin 21km/h erreichte.

Für gewöhnlich war ich bisher fast immer mit meinen Leistungen zufrieden, aber diesmal war ich echt verärgert. Ich war vorbereitet und auch regeneriert, hatte viel weniger Probleme (naja, bei niedrigen Tempo ist auch leicht weniger Probleme zu haben), bin zum ersten Mal beim Energielauf nie gegangen, aber hatte dennoch das mit Abstand schlechteste Ergebnis.
Meine bisherigen Klassenränge:
2004: 2. Platz
2005: 3. Platz
2009: 4. Platz
Diesen Trend wollte ich heuer eigentlich brechen, rausgekommen ist aber:
2010: 11. Platz

Was mich aber freut ist, dass Robert die 40 Minuten geschafft hat und Thomas sie sogar unterbieten konnte. D.h. die beiden sind nicht eingebrochen und konnten ihr Tempo wunderbar konstant halten.

Und was mich noch besonders freut ist, dass "meine Fans" immer von meiner Leistung begeistert sind, egal ob ich es als schnell oder langsam bezeichne.



Die Kurve zeigt das Tempo über die Distanz. Ausschlag nach unten ist schneller und Ausschlag nach oben langsamer. Die gelben Linien symbolisieren den Beginn der nächsten Runde.


Foto von 2009


Foto von 2009


von Samuel Petersen
www.cyclesam.at