|
- Eisbärlauf in Wien - die Sportpause ist beendet
Ich war in Wien um Manuela und Sepp Resnik zu treffen. Ich hatte sie bei meinem letzten Wettkampf Ende Mai kennen gelernt und war, nach reifer Überlegung und langem abwägen zwischen den verschiedenen Vereinen die mir einen Einstieg anboten, bald darauf dem Resnik-Xtreme-Team (www.resnik.at) beigetreten. Gleichzeitig begab ich mich aber auch in eine sportliche Pause (siehe Jahresrückblick auf www.cyclesam.at). Bei dieser Gelegenheit wollte ich auch gleich am ersten österreichischen Lauf des Jahres teilnehmen - am Eisbärlauf I, einem Halbmarathon veranstaltet vom LCC-Wien. Ich hatte bei Resniks übernachtet und es ging gleich morgens in Laufbekleidung mit dem Auto zum Sportstadium um meine Startnummer abzuholen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es in Wien derartig kalt sein würde. Ich bekam beim Einlaufen ziemliche Schmerzen in den Händen. Glücklicherweise hatte ein Paar frische Socken dabei, die ich als Handschuhe Zwecksentfremdete. Ansonsten trug ich die gleiche (!) Wäsche, die ich im Sommer zum radeln bei Nacht oder Abfahrten anhabe. Ärmlinge, Beinlinge und ein Unterlaiberl von LÖFFLER. Dazu ein Trikot und eine kurze Radlerhose - that's it. Wir trafen Elfriede, eine Teamkollegin. Sie startete in der 7km-Wertung. 10 Uhr - Startschuss. Ich bin noch nie einen Wettkampf so gemütlich angelaufen, aber Karl Fischer (Laufprofi aus Weiz) ermahnte mich ein paar Tage zuvor nicht gleich zu übertreiben und den Wettkampf als Einstimmung auf die kommende Saison zu sehen. Ich war nicht ganz glücklich damit, hatte aber so mehr Zeit mir bissl den Prater anzusehen, durch den wir liefen. Noch nie war ich auf einer derart flachen (und eintönigen :-) Strecke unterwegs. Nach der ersten Runde überlegte ich mein Tempo doch ein wenig zu steigern. Mein Atem war noch so ruhig, als ob ich einen spannenden Film ansehen würde, während ich mir Sorgen um andere machte die sich durch ihr Keuchen anhörten als würde sie jeden Moment zusammenbrechen. Ich legte leicht zu und war mal wieder in einem Zwischendrin-Feld. Also doch von der Spitze entfernt, aber doch schon mit einem Vorsprung auf die Masse. Für was läuft man einen Wettkampf, wenn man dann erst alleine unterwegs ist? Ich entschloss mich recht schnell einen etwas älteren Läufer, der ein recht gutes Tempo hatte, zu ziehen. Er war mir von Anfang an dankbar. Bald waren wir gemeinsam zur führenden Dame vorgestoßen und sie hängte sich an uns an. So spielte eine knappe Stunde den Hasen für die Beiden, was ich ur lustig fand. Sie gaben beide ihr bestes; alleine schon deswegen wollte ich bei ihnen bleiben. Ich hätte zwar noch Reserven gehabt, aber mei, so war's gemütlicher ;-) Bei KM-19 trennte ich mich von ihnen und setzte zum Zieleinlauf an. Zwei Kilometer, nach gesamten 21,1km, kam ich mit einer Zeit von 1h32 im Ziel an. So was ist befriedigend. 7 Monate Laufpause und dann gleich zu Trainingsstart nur 2 Minuten von der persönlichen Bestzeit entfernt. Ich denke ich kann mich voller Zuversicht auf meine nächsten Vorhaben zugehen.
von Samuel Petersen |