- Güssinger Stadtlauf -
trotz langer Trainingpause auf Kurzdistanz stark geblieben
Mein letzter Laufwettkampf war der Stadtlauf in Weiz Mitte Mai. Dort lief ich meine bisher mit Abstand hächste Geschwindigkeit was mich mit großem Stolz erfüllte. Doch es war für lange Zeit der letzte Tag in Laufschuhen. Gleich dannach mußte ich aufbauen für das 24h-Radrennen von Krems. Dannach verlor ich meine Motivation.
Somit lag mein letztes Lauftraining 14 Wochen zurück. Eines Dienstages, am 24.08. reizte mich der tägliche Anblick der Laufbahn aber doch so sehr das ich mal wieder die Schnursenkel zuzog. Ich absolvierte ein übliches Intervalltraining mit den alten Durchlaufzeiten. Ein herrliches Gefühl. Am Abend erfuhr ich eher zufällig, dass es am Samstag in Güssing einen Stadtlauf gibt. Ich war sofort fest entschloßen daran teilzunehmen. Mittwoch und Donnerstag wurde noch im Sprinttempo trainiert. Ich lief gute Zeiten
Am Wochenende war ich mit meinem Freund Michael unterwegs und machte einen altbekannten Fehler. Den ganzen Tag am Motorrad, fast nichts getrunken, aber den ganzen Tag geschwitzt. Zudem dachte ich nicht daran, dass in dieser flacheren Gegend die Sonne erst einen Stunde später verschwindet.

Ungläubig den Höhenstand der Sonne betrachtend überlege ich wie ich diese Hitze aushalten soll. Ich trinke was geht und spritze meinen bereits beim Umkleiden (hier auf der Terasse der Burg nebst Freundin Mara-Ainu) schwitzenden Körper immer wieder ab.

Ich habe extra von Robert eine kürzere Laufhose als es meine ist ausgeliehen um eine bessere Abkühlung zu haben.
Aufpassen beim Startnummern anbringen ;-)

In der Stadt spül ich mehrmals meine Beine, Arme und das Gesicht ab, befeuchte meine Haare, halte Kappe und Shirt unter die Wasserleitung. Trinke was der Magen aushält. Trotzdem bleibt mir beim Einlaufen die Zunge am Gaumen kleben. Furchtbar nervös gehe ich an den Start. Ohne Robert ist es für mich nicht einfach an einem Wettkampf anzutreten.
Nach dem Start kann ich mich sofort nach vorne absetzen bzw. laufe eigentlich als Vorderster. Nach 1,6km lasse ich mich in einer Linkskurve von den späteren Siegern abdrängen dränge mich aber hier beim laufen in die zweiten Runde an der Seite wieder vorbei.

Die Becher die ich mir an der Labestation schnappe und über den Rücken schütte sind nicht genug. Schon gleich komme ich mir vor als würde ich mich in einer Sauna befinden und während des Aufguß nach Luft ringen. So verliere ich an Anschluß an die Spitzengruppe, habe aber noch keine Konkurrenz von hinten.

Ich geh fast ein und muß mich nach durchlaufen der dritten und vorletzten Runde die Zeit nehmen insgesamt 10 Becher Wasser über alle Glieder zu schütten und noch mehr zu trinken als zu vor. So kann ich in der vierten Runde die verlorenen Plätze der dritten Runde wieder gutmachen. Nach etwa 6,8km komme ich in den Rhytmus und fühle mich immer besser. Aber da ist das Rennen auch schon aus. Ich bin eben nicht für die Kurzdistanz geschaffen, wenn ich auch doch sehr zufrieden mit meiner Leistung sein kann.
Am Tag danach ist trotzdem schon wieder vorbei mit der neu gefunden Motivation.

von Samuel Petersen
www.cyclesam.at