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- Weizer Energielauf -
erste Mal auf hetzender 10km-Strecke
Danke an Kolping für die Unterstützung !
Letzte Woche bestritt ich drei Wettkämpfe bei denen ich insgesamt ca. 11 Stunden unterwegs war. 45 Kilometer laufend und 250km am Rad wurden im Wettkampftempo (d.h. sich immer an der Grenze befindend) abgehandelt. Distanzen, die auch für mich nicht nur nicht ohne sind, sondern die ich auch das erste Mal überhaupt absolvierte. Als Abschluss dieser Wettkampfserie stand ein Stadtlauf in meiner Heimatstadt am Plan.
Als Weizer fühlte ich mich der Teilnahme verpflichtet. Auch wenn ich an dem Tag nicht gut drauf war. Die Tatsache, dass es regnete stimmte mich positiv, da ich gelegentlich Probleme mit der Körperabkühlung habe und bei einer so kurzen Distanz (9 Runden á 1,1km) geht's recht heiß her. Übrigens mein erster Wettkampf über diese Distanz.
16 Uhr, Regenschirm borgen, Robert treffen, Startnummer holen. Die Nummer 8. Ich freute mich wie ein Schneekönig eine "VIP"-Nummer bekommen zu haben. Zu mir, Taktik besprechen/ausspannen, in die Stadt beim Rückwärtslaufbewerb zusehen, zu Robert Laufkleidung holen, zu mir umziehen, Startnummer fixieren, Kolping Logo anbringen, auf die Laufbahn einlaufen. Ich versuchte Robert zu überreden den Lauf laufen zu lassen und lieber z.B. Pizza essen zu gehen. Robert waren meine Wünsche ziemlich egal. Mir war bange, da ich nun hier zeigen musste was ich drauf habe. Ich überlegte mir die Pizza als Motivationsgrund möglichst schnell den Lauf hinter mich zu bringen um dann gleich zur Pizzeria zu können.
Laufen in die Stadt, Taktik überdenken. Robert entschied sich bei an einem etwas stärkerem Kollegen zu orientieren und sich an ihn dranzuhängen. Ich entschied mich für die totale Offensive.
Es regnete nicht mehr und mir waren Haube und Gelee viel zu warm. Ausziehen, Logo und Nummer ummontieren, Kleidung unterbringen. Der Start wurde verschoben. Wir liefen zur Besichtigung eine Runde mit den zurzeit auf der Strecke befindlichen Hobbyläufern mit. Die schauten recht, als wir vorbeiflitzen. Robert sprang gleich in die Stelle eines Allgemein Betreuers, bremste auf das Tempo eines jeden zehnten Läufers, applaudierte demjenigen und versuchte ihn mit "Super! Komm schon, denn da vorn schaffst noch.", zu beflügeln.
19:45 Uhr. Die Hauptläufer sammeln sich. Gegenseitige Beglückwünschungen. Irgendwann, endlich Startschuss. Nach den ersten Metern, in der zweiten 90°-Kurve, kann ich mich an die beiden Führenden und späteren Sieger aus Kenia bzw. Ukraine hängen. Ich weiß, dass mein Tempo viel zu schnell sein muss, auch wenn ich das nicht spürte, da ich weiß was die beiden normal für ein Wettkampftempo laufen. Ich lasse mich bewusst zurückfallen, sehen aber keine Läufer hinter mir. Bereits kurz vor Startschuss war ich etwas trocken im Mund, kann aber bei der Labestation, hundert Meter vorm Start/Ziel, keinen Becher erwischen.
Die erste Runde beende ich noch als Dritter. Auf den ersten 1,6km bin ich mit einem Schnitt von 3:08 Minuten unterwegs (19km/h), dann wird's Zeit endlich zu drosseln und die späteren 3., 4., 5., 6. und 7. Platzierten vorbei zu lassen. Ich erwische wieder keinen Becher und bin schon recht trocken. Ich habe etwas damit zu kämpfen, dass mein Mageninhalt da bleib wo er bleiben sollte. Kurz vor Ende der dritten Runde ist mir alles egal. Ich bremse abrupt, schnappe mir einen Becher, leere ihn und weiter ging's. Es wurde besser. Trotzdem spürte ich die Müdigkeit meines Körpers von den drei Wettkämpfen der Vorwoche. Mein Körper läuft heiß. Ich bremse kurz ab, gehe ein paar Schritte, lege die Hände vors Gesicht, atme durch, und weiter geht's. Ich sehe wie furchtbar hart es ist die dabei verlorene Zeit wieder aufzuholen.
Bei den nächsten beiden Runde muss ich wieder an der Labe stehen bleiben (und erkennen, dass ich scheinbar der Einzige bin der die Labe überhaupt in Anspruch nimmt) um mir Wasser über Beine, Nacken, Rücken, Gesicht, Brust schütten und etwas trinken. Hierbei verliere ich natürlich jedes Mal Zeit, aber mei, so ist das halt.
Der Jubel und die Lautsprecherdurchsagen bei meinen Durchquerungen des Start/Ziel-Bereichs ehren mich. Blick auf die Uhr, 29:irgendwas. Oh Gott! Wie lang noch? Was könnte sich ausgehen? Welche Runde bin ich überhaupt (bis dahin habe ich noch keine Ahnung über mein Tempo, ich weiß nur, solange mein Laufpartner mich nicht eingeholt hat muss alles in bester Ordnung sein). Ab und zu werde ich überholt (an der Labe), kann aber nicht unterscheiden wenn ich wieder überhole oder überrunde. So verliere ich bald das Wissen, wie ich im Rennen liegen könnte.
Ich frage einen Läufer über den Rundenstand. Sechste. Er kommt mir bekannt vor, als dürfte ich ihn schon mal überrundet haben und in der siebten liegen. Hoffe ich jedenfalls, wäre blöd wenn ich nach dem Zielsprint draufkomme, dass ich noch mal auf die Runde muss. Ich werde etwas schneller.
In der achten Runde geht's mir nicht mehr besonders. Ich motiviere mich mit dem Gedanken, dass das Ende nah ist, das ich nicht bei so wenig restlicher Distanz aufgeben kann. Immerhin wollte ich mich in der zweiten Runde schon fallen lassen und nun hab ich es mich selber überraschend doch noch so weit geschafft. Dazu liege ich nicht allzu schlecht im Rang.
Die Gedanken helfen und ich werde nochmals schneller.
Die Letzte Runde. Das muss noch zu schaffen sein. Den Anfang geh ich etwas ruhiger an, in der Mitte forciere ich. Ich schließe die Augen, lasse meine Gedanken verschwinden und obwohl ich eigentlich schon über der Maximalgrenze zu seien glaubte steigere ich in einen leichten Sprint und kann einige erstaunte Gesichter überholen, enge Kurve durch den Torbogen, eine ebene Gerade vor dem letzten Hacken, die letzte Möglichkeit ordentlich zu überholen. Ich schließe die Augen, forciere, öffne dabei die Augen, die Zeit scheint zu stehen, ich schaue auf meine Beine. Die Muskeln sind angespannt und heben sich vom Körper ab, die Hände sind flach gestreckt und fühlen sich an als würde ich gleichen einen Holzklotz durchschlagen wollen. Die Fersen erreichen fast den Po. Ich bewege mich langsam an einer Gruppe von Läufern vorbei. Sie scheinen zu stehen. Erst jetzt erkenne ich, dass sie sowieso eine Runde hinter mir liegen. In der engen Kurve sind gerade soviel langsame Läufer, dass ich stehen bleiben muss, und als sie zur Seite sind sprinte ich wieder an.
38 Minuten, um eine Sekunde einen Platz verloren.
Robert kommt recht bald. Er hat sein Ziel unter 40 Minuten zu bleiben erreicht.
Gemeinsam laufen wir noch eine Runde zur Auslockerung und feuern dabei die Läufer an die noch unterwegs sind. Kleidung holen, was zu trinken besorgen, wir sind zufrieden.
Siegerehrung. Noch haben wir keine Informationen über die Zieleinlaufzeiten, wissen nur ca. den Stand der Uhr. Unerwartungsvoll werde ich als Zweiter für die Hauptklasse (20 bis 30 Jahre) aufgerufen. Nur acht Sekunden habe ich auf einen Grazer Top-Läufer verloren der den Siegerpokal Heim trägt.
Eine bemerkenswerte Leistung hat auch Marco, ein jüngerer Schulkollege, vollbracht. Er kam eine Minute vor mir ins Ziel womit er unter den Top-10 liegt und mit großem Vorsprung auf den Zweitplatzierten den Siegerpokal der unter 20jährigen entgegen nimmt.
Aufgrund meiner in letzter Zeit erbrachten Leistungen entscheide ich die bereits geplante Sommertour abzusagen (ich hatte zum Glück noch nicht die Visen beantragt) um weiter meinen Weg im Leistungssport zu gehen. Nächstes Jahr, wenn ich nach Schulbeendigung mehr Zeit habe, werde ich die Tour nachholen.
Ich habe einen Plan für in Frage kommende Wettkämpfe gemacht. Sieht ganz interessant aus.
Momentan suche ich noch Unterstützung vor die Trainingsanfänge beim schwimmen.
Und ich grüble welchem der sich mir anbietenden Vereine ich beitreten soll.
von Samuel Petersen
www.cyclesam.at
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