- Best Of -
Momentaufnahmen eines Lebens

Samuel - 15 bis 20 Jahre

OstDeutschland - Ich liege mit meiner damaligen Freundin im Zelt. Wir sind gerade auf Radtour durch NordOst-Deutschland. Wir blicken über den kleinen Dorfsee, in dem wir gerade gebadet haben, und beobachtet den Sonnenuntergang.


England - Ich habe 140 Kilometer hinter mir, bin müde und hungrig. Ein Radler hat mich in diese Gegend geschickt, da ich hier angeblich einen schönen Platz am Strand zum schlafen finden würde. Als ich vor dieser Tafel "25% Gefälle" stehe, glaube ich am Ende der Welt zu sein. Und so war es auch in etwa, da diese 2 Meilen lange Straße, die durch das Nest 'Robin Hoods Bay' führt, zum Ende 30% bekommt und direkt ins Meer mündet - und keine Spur von Strand.


Rechnitz/Grenze Österreich-Ungarn - Ich bin auf einer Radtour in den Norden Österreichs und bewältige die ersten beiden Tage in Begleitung von meinem Jugendfreund Michael und seinem Vater. Wir sind gerade beim Abendessen nach unserem ersten anstrengenden Tag.
Mit Michael werde ich ewig verbunden bleiben. Wir treffen uns jährlich um unseren gemeinsamen Geburtstag miteinander zu verbringen.


Weizklamm/Steiermark - 25.12. Es ist der Morgen nach Heilig Abend, den ich bereits hie verbracht habe. Ich sitze gerade beim Frühstück und warte, dass das Teewasser im Lagerfeuer zu kochen beginnt. Einen Meter hinter mir geht es senkrecht bergab. Ich beobachte die tibetanischen Gebetsfahnen, die im Wind flattern - meine Heimatstadt Weiz, die von hier oben gut zu sehen ist - und Robert, der auf einem Felsvorsprung steht und am Digeridoo spielt.


Traunsee/Oberösterreich - Als Vorschotter auf einem Katamaran. Leider hat der Wind gerade nachgelassen.


Slowenien - Zum ersten Mal bin ich eine Nacht durchgeradelt. Ich bin todmüde und könnte mich auf den Asphalt zum schlafen legen. Ich bin gemeinsam mit Michael unterwegs auf großer Radtour. Wir waren so gierig aufzubrechen, dass wir noch am letzten Schultag um 22 Uhr starteten. Die mit der aufgehenden Sonne hochkommenden Gefühle überwältigen mich und ich bin motiviert weiter zu fahren. Und das werden wir auch noch und zwar den ganzen gerade erst angebrochenen Tag.


Wölzer Tauern/Steiermark - Robert und ich liegen in unseren Schlafsäcken eingepackt auf einem schmalen Grat irgendwo in den Wölzer Tauern. Wir genießen den ganzen Abend lang das Spiel der Schatten das entsteht, wenn sich die Sonne neigt. Nun hüllt sich aber alles in Dunkelheit uns bleiben letzten Blicke Richtung des bevorstehenden Gipfelkreuzes.


Kroatien


Jüterbog/OstDeutschland - Die landschaftlich schönen Schattenspendenden Chausseen in Deutschland beeindrucken mich sehr.


Graz/Steiermark - Meine erste Marathondistanz.


Weizklamm/Steiermark - Ein herrliches Klettergebiet, direkt vor der Haustür zu haben ist ein Luxus.


Rovinj/Kroatien - Segeln mit den unerfahrenen Klassenkollegen in einer "Nussschale" im Meer.


Ostküste England - Es herrscht Ebbe und ich habe mein bepacktes Rad Mitten in den Sand, einige hundert Meter weg vom Deich, geschafft. Mit Hilfe der Matte und Handtüchern habe ich mir einen windgeschützten Platz neben meinem Rad geschaffen, wo ich meine Karotten, Tomaten, usw kleinschnippsle während neben mir im Spirituskocher ein Topf mit Nudel vor sich hin köchelt. Um mich ist eine endlose Weite. Gelegentlich schleicht ein Mensch vorbei.


Weizklamm/Steiermark - Ich wollte der Erste sein, der heuer den Schnee erlebt. Deshalb bin ich nachts auf diesen Platz, der über 1000 Meter Seehöhe liegt, gekommen. In meinen kuscheligen Schlafsack gehüllt lasse ich mich anschneien. Im Moment ist noch alles von dichtem Nebel umschleiert, aber schon bald wird sich die Sonne zeigen und mir eine atemberaubende Aussicht ins Tal ermöglichen.


Königsdorf/Burgenland - Im zarten Alter von 15 Jahren breche ich zu meiner zweiten Radtour auf, bei der ich bereits auf eine Tagesdistanz von 146 Kilometern kommen werde.


Sturmberg/Steiermark - Robert und Samuel auf Erkundungstripp in der Nähe der Stadt. Wir haben einen Tunnel unter einer Ruine gefunden und fürchten, vom eiskalten Wasser mitgerissen zu werden.


Tschechien - Die Sonne senkt sich hinter eine Gebirgskette, deren Überquerung mir noch bevorsteht. Bis spät in die Nacht ist noch eine pechschwarze Silhouette mit einem aufgesetzten roten Streifen zu erkennen.


Traunsee/Oberösterreich - Windstille ist eingekehrt - es herrscht 'Klar Deck!' - so ist Zeit für noch ein wenig Vergnügen vorm Abendessen.


Gleisdorf/Steiermark - Mit einem LKW der Speditionsfirma Jerich ging's nach NordWest-Deutschland um dort ein optimales Radtraining zu absolvieren.


Wölzer Tauern/Steiermark - Keine halbe Stunde ist es her, da haben Robert und ich uns, nach drei Tagen ohne fließendes Wasser, in einem eisigen Wasserfall gewaschen. In kürzester Zeit hat es sich hier in den Bergen so abgekühlt, dass ich mich dick einpacken muss, während ich unser Mittagessen koche.


Kärnten/Österreich - Ich bin mit Michael auf Radtour, zu der wir vor 23 Stunden aufgebrochen sind. Seit 39 Stunden ohne Schlaf und bereits 230 Kilometer in den Beinen. Wir freuen uns auf den Schlaf, den wir bald haben werden und jagen dahin, um möglichst bald an unserem ersten Tagesziel anzukommen. Michael fotografiert mich gerade, als ich einen kleinen Anstieg in Kärnten hochsprinte.


Weizklamm/Steiermark - Zwischen den Wettkämpen bin ich zur Entspannung gelegentlich in den nur wenige Kilometer von zuhause entfernten Kletterwänden unterwegs.


Regerstätten/Steiermark - Robert und Samuel an einem Dezembersonntag. Wir sind gerade zuhause in Weiz aufgebrochen und laufen der aufgehenden wärmenden Sonne entgegen. Wir werden noch sehr lange unterwegs sein und gehen unser Unternehmen mit Ruhe an. Insgesamt 70 Kilometer stehen uns bevor - unser erstes Mal auf der Ultradistanz.


Tschechien - Die breiten Straßen, die man sich mit den Radlerfreundlichen Tschechien teilt, und die Schattenspendenden Wälder machen das Fahren in dieser flachen Gegend zu einem Vergnügen.


Wölzer Tauern/Steiermark - Nach einer bitterkalten (Frost!) Nacht im Sommerschlafsack sind wir froh über die Sonne und setzen unseren Weg über die fünf Gipfel fort. Leider ist uns nachts unser Trinkwasser ausgegangen und auch die Kekse sind beim Klettern unbemerkt runtergepurzelt. Das macht jeden Schritt gleich etwas anstrengender. Aber die umliegende Landschaft lässt die Gefühle abheben und entschädigt alle Umstände.


Arlberg/Tirol - Wir sind gerade am Arlberg angekommen und befinden uns mitten in einer Regenwolke. Die Abfahrt wird zu meinem schlimmsten Erlebnis. Der zarte Hagel brennt auf den Fingern und im ungeschützten Gesicht. Die Finger sind so verfroren, dass ich die Bremsen weder lockern, noch fester anziehen kann. Mein Oberkörper fröstelt so, dass ich das schwere Rad nicht auf der Spur halten kann. Die Sicht ist so gering (ich trage zusätzlich auch noch Sonnenbrillen um meine Augen vor den feinen Hagelkörnern zu schützen), dass ich die Straße unter mir fast nicht sehen kann und ich hoffe, keinen Gegenverkehr zu haben.
Am nächsten Tag werden wir aber für unser Leiden mit angenehmen 25°C entschädigt was die Weiterreise in die Schweiz zu einer wunderschönen und gemütlichen Fahrt macht.


Raabklamm/Steiermark - In unserer Gegend gibt's eine Menge Höhlen und die Entdeckungslust ist groß.


Die Trennung vom meinem Rad, das mich vier Jahre begleitete und mit dem ich meine ersten Reise unternahm, fiel schwer.


Halbinsel Usedom/OstDeutschland - Trainingsreise durch den Norden Deutschlands in Mai. In zweieinhalb Tagen von der Grenze nach Holland zur Grenze nach Polen (700 km). Auf dieser Plattform an der Ostsee mache ich es mir während des Sonnenuntergangs gemütlich.


Wölzer Tauern/Steiermark - Mit 35kg am Rücken unterwegs (Wasservorräte, Sturmkocher, Winterschlafsack, Matte, Stativ, ...). Robert und ich versuchen mehrere Tage immer am Grat zu bleiben und nie Richtung Tal abzusteigen. Ich klettere gerade vom letzten Gipfel in die nächste Scharte.


Mürztal/Steiermark - Auf dem Weg nach Berlin komme ich durch diese wunderschöne Gegend, die nur wenige (Rad-) Stunden von zuhause liegt.


Raabklamm/Steiermark - Wandern durch die Raabklamm ist ein unglaubliches Erlebnis. Und auch diese schöne Gegend ist nur wenige Kilometer von zuhause entfernt. Während unseren ersten Laufwettkämpfe kamen Robert und ich hier immer her um uns zu Erholen und neue Kräfte zu sammeln.


Auch beim Arbeiten finde ich Entspannung. Es bietet eine willkommene Abwechslung zum laufen/radeln und entlastet von der sonst so stressigen Arbeit im Büro/Schule/Computer. Ich finde hier Zeit und Ruhe um über gewisse Dinge nachzudenken und neue Ideen zu finden.


Obersteimark - Leider ergibt sich nur selten eine Möglichkeit bzw. die Zeit sich in den höheren Bergen aufzuhalten.


NordDeutschland - Blühende Rapsfelder so weit das Auge reicht machen das Radeln durch Deutschland im Frühling zu einem Vergnügen.


Wölzer Tauern/Obersteiermark - Die Sonne hat sich hinter die Nachbarberge gesenkt und es ist dadurch kalt geworden. Doch der Abwasch muss gemacht werden und so schlüpfe ich aus dem Schlafsack und hopse in Socken zwischen den Kuhfladen zu einer kleinen Wasserstelle - die ein paar Stunden zugefroren sein wird.


am Faaker See/Kärnten - So sieht es aus in meinem Zelt. Bei Kerzenlicht und einer Tasse Tee schreibe ich in mein Reisetagebuch. Um meine Beine sind die Packtaschen gestapelt. In Schulterhöhe ist die Küche aufgebaut. Draußen weilen die Wanderstiefel, Radschuhe, Neoprenüberschuhe, ... Alles bekommt seinen Platz und ist nach jeden Tag nach Zeltaufbau nach gleichem System verstaut. Übrigens, der dunkle Fleck über mir ist an der Zeltinnenwand gefrorene Atemluft.


Weiklamm/Steiermark - drei Uhr morgens. Wir befinden uns auf 1022 Meter Seehöhe in der Weizklamm, ca. 8km von zuhause. Vor kurzem hier angekommen sitzen wir am Lagerfeuer und braten uns was zum essen. Vor uns die beeindruckende Silhouette des Gössers, darüber hängt der kräftige Vollmond, rechts die Lichter des Ortes Passail, weiter entfernt zu unserer Linken funkeln die Lichter der Stadt Weiz.


Wölzer Tauern/Steiermark - Wir haben unsere schweren Rucksäcke am Grat zurückgelassen und mit Felsbrocken befestigt. Mit den leeren Wasserbeuteln und einer Menge an Trinkflaschen sind wir abgestiegen um nach Wasser zu suchen und fanden diesen kleinen "Teich" mit Schmelzwasser. Wir sind heilfroh, denn nur so haben wir die Möglichkeit am Abend wieder zu kochen. Das kristallklare Wasser schmeckt herrlich und voll beladen mit Wasser (im Sack am Rücken) machen wir uns wieder auf den steilen Weg nach oben zu unseren Rucksäcken.


Berg Pack nähe Graz - morgendlicher Zeltabbau. Durch meine Körperwärme ist nachts das Zelt angefroren und ich muss es frei hacken. In die Lüftungsschlitze der Radschuhe drückt es Schnee, mein gesamtes Trinkwasser ist eingefroren und so gibt's zum Frühstück nur klein geschlagenes Eis, die Handschuhe werden schnell feucht und das wird mir bei der Abfahrt ins Tal noch große Schmerzen bereiten.


von Samuel Petersen
www.cyclesam.at