- Weihnachten -
eine romantische Nacht am Berg


Ankunft auf der Nosn in der Weizklam.
Am 24.12. waren wir gegen 14 Uhr in der Stadt aufgebrochen und marschierten auf der Straße über den Weizberg und weiter über den Landscha hoch zum Patscha auf dessen Sattel sich dieser Platz befindet. Etwa zwei Stunden benötigten wir für Schweißtreibenden 12km-Marsch und bekamen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen ab, als wir uns gleich nach unserer Ankunft ans Feuermachen machten.


Vom Norden aus fotografiert: Robert behütet das Feuer. Rins um unserem Platz fallen die Steinwände steil ab.


Alles ist bereit: genügend Feuerholz wurde aus dem Wald hergeschafft, die tibetanischen Gegbetsfahnen wehen im Wind, ordentliche Glut hat sich bereits im Lagerfeuer gebildet, die Rucksäcke sind ausgepackt.
So wird Wasser für den Cay (=Gewürztee) gekocht und Brötchen, die es zum Lachs gibt, aufgebacken.


Während wir mit Tee in der Hand am Feuer sitzen betrachen wir den Sonnenuntergang. Es wird deutlich kühler.


Robert betrachtet still das Flammenspiel.
Ich habe die Feuerstelle in einen Glut- und eine Feuerzone getrennt. So können wir bei Licht und Wärme die vom Feuer ausgehen die nächste Ladung Tee auf der Glut kochen.


Zum warmhalten unseres Cays benute ich meinen Spirituskocher in dessen Inneren aber nur eine Kerze brennt.
Das Digeridoo wird angespielt.


Uns wurde ein wenig langweilig und wir begannen im Vollmondlicht an den Felsen herumzuklettern. In der Felswand, nicht mehr vom Feuer geblendet, hatten wir eine tolle Sicht über die Lichter der Stadt Weiz.


Plötzlich kam ein heftiger Südwind auf, der das Feuer flach auf den Boden drückte. Die Flammen zischten über meinen Kochtopf und die kleine Küche. So packte ich mich komplett ein um mich vor der Hitze zu schützen und versuchte meine Sachen vor den Flammen zu retten.


Der Wind und mit ihm der Rauch drehte sich immer wieder in eine andere Richtung was es unangenehm machte weiter direkt am Feuer zu sitzen. Also verzogen wir uns für eine Stunde auf einen Baum, nachdem ich unser Abendessen aufgesetzt hatte. Dazu nahm ich einen Alukochtopf, fühlte ihn mit Wasser und unserem Essen, packte ihn komplett in Alufolie ein und beschwerte den Deckel mit einem Stein (--> Druckkochtopf). Das Ganze kam dann so mitten ins Feuer.


Im Vordergrund die tibetanischen Gebetsfahnen, rechts das Feuer, in der Bildmitte (nicht zu erkennen) sitzt Robert an der Klippe und spielt am Digeridoo. Links unten, das sind schon die Lichter der Ortschaft Passail.


Nachts war es am Berg deutlich wärmer als im Tal. Wir hatten in den frühen Morgenstunden gerade mal um die Null Grad Celsius, während man von oben eine dicke Reifschicht im Tal erkennen konnte. Wir wurden durch einen wundervollen Sonnenaufgang geweckt. Im warmen kuscheligen Schlafsack liegend, die angenehm frische Luft, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages im Gesicht. Wir blieben noch einige Zeit liegen und dösten vor uns hin. Gegen neun Uhr wurde es dann einfach zu warm in den Schlafsäcken. Wir entfachten ein neues Feuer für den morgendlichen Cay.


Frühtsück mit hartgekochten Eier und warmen aufgebackenen Brötchen mit Schokoaufstrich.


Gemütliches Zusammensitzen bei einer Tasse Cay, die Sonne und die Aussicht genießend, bevor wir gegen Mittag ins Tal aufbrechen.


von Samuel Petersen
www.cyclesam.at