- Berwandern in den Wölzer Tauern -
2 Tage und eine Nacht jenseits der Baumgrenze

Robert, 34 | Gitti, 30 | Samuel, 19 | Nici, 16

Am Vormittag fuhren wir zu viert mit Gepäck, plus Pferd im Anhänger, in die Weststeiermark.
In Schöder angekommen sattelten die Mädels ihre Pferde um zur Dengghütte zu reiten. Robert und ich mussten mit dem Jeep das Gepäck hoch bringen. Nach einer anstrengenden Fahrt auf einem verdammt schlechten Weg packten wir unsere Rucksäcke um uns gleich auf den Weg machen zu können. Wir wollten in die Berge um oben die Nacht zu verbringen. Die Mädels wohnten in der Hütte und waren tagsüber mit den Pferden in den flacheren Teilen unterwegs.


Testen der Genießbarkeit des Wassers.

Die Wiesen waren durchzogen von kleinen Bächlein.

Und Robert flog gleich mal rein.

Vorbei ist es mit dem Schlendern. Jetzt gehts bergauf.

Robert richtungweisend: Da hoch müssen wir.

Am Kamm angekommen erwarten uns eine atemberaubende Aussicht (und ein eisiger Wind).

Während Robert noch am Kamm entlang gehen kann ..

.. muss ich schon über die schroffen Felsen klettern.

Der Blick zu den Seen im Tal ist einfach toll.

Werden wir es schaffen hier entlang zu kommen?

Bei jedem Schritt ist Vorsicht geboten. Hinter mir geht es einen tiefen Graben hinab.

Robert fühlt sich hier oben als König.

Das Gelände ist sehr abwechslungsreich und Robert muss wieder eine Kletterpartie einlegen.
Im Hintergrund ist das Tal mit den beiden Seen.

Kleine Pause und bestaunen des Schnees im Sommer.

Ringsum nichts als Berge.


Robert lässt die Beine über einem hunderte Meter tiefen Abgrund baumeln.

Hier am Kamm gings weiter.

Robert versucht es als erster.

Samuel blickt begeistert auf die Landschaft ringsum.

Und weiter geklettert.

Rauf auf das nächste ebene Stück.

Die schroffen Bergspitzen.

Das erste Gipfelkreuz ist erreicht. Das Rupprechtseck (2591 Meter Seehöhe). Es wird Zeit einen Schlafplatz zu suchen.

Wir lassen uns von einem Teich anziehen und steigen 200 Meter bergab wo wir uns ein Platzerl frei von Steinen räumen und uns unseres schweren Gepäcks entledigen. Robert lässt sich nicht aufhalten und huscht gleich zum Teich, schreckt aber gleich wieder vorm nur wenige Grad kaltem Wasser zurück.

Ich muss es natürlich auch selber versuchen ..

.. und bin schon etwas härter. Nachdem ich aber feststellte, dass der Teich mehr aus stinkendem Schlamm als aus Wasser besteht verzichte ich darauf länger da drinnen herumzustehen.

Robert hat sich schon seinen Schlafplatz gerichtet und wärmt sich in der angenehmen Abendsonne.

Der Sturmkocher wird ausgepackt, aufgebaut, Wasser aufgestellt. Als das Essen fertig war, war es schon um einiges kälter.

Ich musste meinen kuscheligen Schlafsack verlassen und huschte zum Teich um abzuwaschen. Dabei hatte ich das Gefühl als würden mir die Finger abfrieren.

Wir beobachten lange den Sternenhimmel und diskutieren über unsere aussichtlose Lage sollte uns was passieren. Zur nächsten Hütte wären es einige Stunden an Fußmarsch gewesen. Dem Gipfelbuch nach sind auch nur selten Leute dort oben unterwegs und wo wir lagen hätte uns sowieso keiner gesehen. Es war ein interessantes Gefühl so entfernt von aller Welt zu sein. Es war außer unserem Atem absolut nichts zu hören und nichts von menschenhand Verändertes zu sehen.
Da es dort oben kein Trinkwasser zu finden war hatten wir nur mehr einen Viertel Liter sauberes Wasser und einen Teil unseres Proviants verlor ich beim klettern. Der nächste Tag würde dadurch noch interessanter werden.
Nachts wurde es immer kälter und Reif überzog alles.

Unsere Körper ließen uns nicht ruhig liegen. Ständig mussten wir uns herumbewegen. Morgens blieben wir noch zwei Stunden liegen und beobachteten wie die Sonne einen Berggipfel nach dem anderen anstrahlte. Nur in unsere Senke kam kein wärmender Strahl. So mussten wir uns irgendwann doch aufmachen um in die Sonne kommen zu können. Wir stecken alle unsere Kleidung in die Schlafsäcke um sie vorzuwärmen. Roberts Schuhe & Socken (mit denen er am Vortag in einen Bach geflogen war) waren gefroren.
Eingepackt in aller mitgetragenen Kleidung (z.B. drei Paar Socken, Handschuhe, Wollmütze, ...) verließen wir unseren Schlafplatz. Der Teich war gefroren was uns sagte kein gestörtes Temperaturgefühl zu haben.

In der Sonne angekommen zogen wir gleich wieder die Hälfte aus und rasten ein wenig um uns in der Sonne zu wärmen.

Robert fand in seinem Rucksack noch ein paar Trockenfrüchte die er brüderlich mit mir teilte.

Robert klettert über einen kleinen Felsen.

Für das Marschieren am steilen Hang mussten wir uns wieder wärmer anziehen.

Die herrliche Aussicht. Im Hintergrund die weit entfernten Schneebedeckten Nockalmberge.

Hier am Kamm ging es weiter.

Während ich noch ein paar Meter durchhalten muss steht Robert schon am nächsten Gipfel. Dem Brennerfeldeck mit 2507 Metern.

Noch ein paar Schritte bis zur verdienten Pause. Hinter mir die wunderbaren Berge.

Während Robert die Aussicht bewundert ..

.. und fototechnisch festhält ..

.. sitze ich am Gipfel ..

.. und schreibe unsere Geschichte in knapper Form ins Gipfelbuch.

Robert ist kaum zu bremsen und gleich wieder flott unterwegs zum Richtung nächstem Gipfel.

Der Untergrund ändert sich laufend ..

.. und ich kann hier sogar normal gehen.

Ich entdeckte da was worauf ich in meinem aufkommenden Forscherdrang nicht mehr zu halten war.

Die Hölle war nicht besonders groß. Fast spannender war es mich alleine wieder raus zu ziehen.

Robert war natürlich neugierig und musste da auch mal rein.

Fast wäre er stecken geblieben.

Ich spiele mich noch ein wenig in einer Felsspalte bevor wir uns auch schon wieder auf den Weg machten.

Robert, wie immer der erste am Gipfel, beobachtet meinen beschwerten Aufstieg. Doch schon bald war auch ich am Feldeck angekommen. Unserem letzten Gipfel. Ab hier ging es langsam wieder ins Tal hinab.

Robert wollte aber noch mal so weit nach oben wie nur möglich.

Etwas geschwächt nach dem langen Marsch ohne Trinken uns Essen schaffen wir uns an der nächsten Erhebung ein Plätzchen. Kocher aufgebaut und mit dem Rest an Kochwasser angefüllt. Während wir warten, dass das Wasser kocht genießen wir die Sonne auf unserem windgeschütztem Platz.

Noch ein Foto, eine Minute bevor mich Robert aus meinen Träumen reißen wird.

Unser Gipfelstürmer.

Gemütlichkeit ..

.. und Zufriedenheit. Was will man mehr?

Als das Essen fertig war hatte sich die Sonne schon wieder verzogen.

Nach einem Verdauungsschläfchen ging es, durstiger als zuvor aber doch etwas gestärkter, weiter. Hier kam wieder eine härtere Kletterpartie bei der ich mich als Erster versuchte ..

.. und mich gelegentlich etwas unglücklich an den Spalten zwischen den Felsplatten festklammere.

Robert blickt zurück auf den Kamm auf dem wir entlang wanderten.

Das Tal in dem wir unsere Tour starteten. Von hier oben sieht alles ganz anders aus als von unten.

Wir fanden Wasser über das ich mich gierig her machen wollte, aber es war absolut ungenießbar. Etwas unglücklich ging es sofort weiter, denn unsere Mädels warteten schon auf uns bei der Hütte.

Um Zeit zu sparen verließen wir den Weg und rollten/rutschen/kletterten seitwärts den Berg runter.

Ein paar hundert Höhenmeter tiefer gab es auch wieder Wasser. Was gibt es schöneres als seinem ausgedörrtem Körper frisches kaltes Wasser, direkt aus einem Gebirgsbächlein, zuzuführen?

Robert versucht über den Bach zu kommen (und diesmal dabei trocken zu bleiben).

Endlich angekommen bei der Hütte wo sich unsere Reiterinnen gerade auf dem Weg ins Dorf machten.

Der Marsch war zu Ende. Wir ließen unser Gepäck fallen (20kg hatte ich dabei), zogen uns frische Sachen an, ruhten uns aus und sprachen über die Tour. Wir waren überglücklich und hatten eine schöne Zeit in den Bergen. Eine Terminfestlegung für die nächste Tour begann. (diesen haben wir aber übrigens wegen einem Wettkampf im Burgenland abgesagt).
Gitti hoch zu Ross, als sie im Dorf ankam wo wir schon mit dem Jeep warteten. Die Heimreise zurück in unsere Kleinstadt konnte beginnen.


von Samuel Petersen
www.cyclesam.at